Ehrenmitglieder, Freunde und Gönner

Foto: Fischer

Brigitte Berenbruch  

Die Gründung des Vereins Schumannhaus Bonn am 24. November 1982 geht auf eine Initiative von Brigitte Berenbruch, der langjährigen Leiterin des Schumannhauses, zurück. Wegen ihrer herausragenden Verdienste um das Schumannhaus verlieh ihr der Verein 1996 die Ehrenmitgliedschaft.
Am 2. Juli 2007 ist Brigitte Berenbruch gestorben.


 
Der General-Anzeiger veröffentlichte den folgenden Nachruf:

Bonn als Beethovenstadt - das ist im öffentlichen Bewusstsein einigermaßen verankert. Bonn als Stadt Robert Schumanns - dass auch dies immer stärker wahrgenommen wird, ist nicht zuletzt das Verdienst von Brigitte Berenbruch. Die langjährige Leiterin der städtischen Musikbibliothek im Schumannhaus ist jetzt im Alter von 74 Jahren gestorben. Mit großer Kenntnis und glühender Begeisterung hat sie  sich für die Musik von Schumann und ihre Verbreitung eingesetzt.
Brigitte  Berenbruch kam 1965 nach Bonn. Zuvor war die gebürtige Dresdnerin  Redakteurin beim DDR-Schallplattenverlag Eterna gewesen. Auch nach der Flucht in den Westen 1961 blieb die Musikwissenschaftlerin bei Schott in Mainz vorerst dem Musikverlagswesen treu. Nach einer Zusatzausbildung zur Musikbibliothekarin nahm sie das Bonner Angebot an: die Leitung der Musikbibliothek.
Berenbruch war die zweite Leiterin der städtischen Musikbücherei; in den vielen Jahren ihrer Tätigkeit konnte sie die Erweiterung der Bibliothek auf das ganze Haus durchsetzen. Ohne ihr Engagement würde es weder die zwei Schumann-Gedenkzimmer im Obergeschoss des Hauses geben, noch wäre es sicher, dass die Bürgerinitiative um den Erhalt des Hauses Erfolg gehabt hätte. Die Gründung des Vereins Schumannhaus Bonn ging maßgeblich auf ihr Engagement zurück.
Ihr ist es zu verdanken, dass noch einige ganz persönliche Erinnerungsstücke der  Schumann-Töchter Marie und Eugenie nach Bonn, Zwickau und Düsseldorf gekommen sind. Sie war es, die dem großen Raum im Obergeschoss (Handbibliothek und Lesesaal) auch Geltung als Konzert-raum verschaffte und mit nachhaltigem Einsatz für die Aufstellung eines Konzertflügels sorgte.
Mit ihrer Schumann-Begeisterung lockte Berenbruch Künstler nach Bonn und ins Schumannhaus. Zudem war sie eine Vorreiterin des Netzwerkgedankens. Sie knüpfte schon früh Verbindungen zu den anderen Schumann-Städten und zu Schumann-Forschern wie der amerikanischen Musikwissenschaftlerin Nancy Reich. Mit dem Direktor des Schumannhauses in Zwickau, Gerd Nauhaus, verband sie eine langjährige kollegiale Freundschaft. Ihr letztes Dienstjahr war das Jubiläumsjahr zum 100. Todestag von Clara Schumann 1996, in dem sie noch zahlreiche Veranstaltungen durchführte. ga

s. auch den Nachruf auf den Internetseiten des Schumann-Portals.

 

 

Dietrich Fischer-Dieskau

Als Sänger, Dirigent, Autor und Rezitator hat sich Dietrich Fischer-Dieskau in herausragender Weise um die Pflege des Werkes von Robert Schumann verdient gemacht.

In Würdigung dieser Leistung und in Dankbarkeit für vielfältige Unterstützung hat der Verein im Jahre 1994 Dietrich Fischer-Dieskau die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

 

Am 18. Mai 2012 starb in Berg am Starnberger See unser langjähriges Ehrenmitglied Dietrich Fischer-Dieskau. Mit ihm verlieren wir jenen "größten Sänger des Jahrhunderts" (Leonard Bernstein), der für die Wertschätzung auch des Schumann-Liedes mehr getan hat als jeder andere Künstler des 20. Jahrhunderts. Kein anderer Sänger hat fast 50 Jahre höchste Ansprüche vertreten und ihnen genügt. Wir gedenken seiner in Dankbarkeit für die von ihm gesetzten Maßstäbe und seine treue Verbundenheit mit dem Verein Schumannhaus, dem er Mitte der 90er Jahre einen unvergesslichen Schumann-Leseabend geschenkt hat. Rezitierend hat seine Stimme für uns alle das Wort Herders eingelöst:" Das Ohr ist der Seele am nächsten."

Manfred Osten

 



Michael Sharpe

 

Am 24. August 2014 ist unser Ehrenmitglied Michael Sharpe in London gestorben.

 

Der englische Musikliebhaber Michael Sharpe, Patron of the Arts, reiste über viele Jahre im Oktober nach Bonn, um das Schumannhaus zu beschenken. Seinem Spürsinn verdankt das Museum zahlreiche Originaldokumente aus dem Schumannkreis, insbesondere von Joseph Joachim, der sich lange in England aufhielt. Die Sammlung Michael Sharpe im Schumannhaus umfasst Briefe und andere Autographe, Bücher, Tonträger, Noten, darunter viele Erstausgaben, zeitgenössische Porträts, z. B. als Fotos oder Postkarten, Konzertprogramme und sogar Musikerbriefmarken und Gedenkmünzen.

Seine Geldspenden an den Verein Schumannhaus summieren sich auf insgesamt 17.000 Euro, viel Geld für das kleine Museum – das über keinen eigenen Etat verfügt – und für Anschaffungen und kleinere Umbauten in der Musikbibliothek.

Michael Sharpe entdeckte seine Liebe zur Rheinromantik und zur Musik der Romantiker, als er zwischen 1962 und 1965 in Laarbruch und zwischen 1966 und 1969 in Wildenrath stationiert war und für die Royal Air Force Aufklärungsflüge über Deutschland flog. Er lebte als Privatier in London.

 

Der Verein Schumannhaus hat mit Michael Sharpe nicht nur ein ganz besonders für Schumanns Sache engagiertes Ehrenmitglied verloren, sondern auch einen herzlichen Menschen, dessen Humor und Lebensfreude ansteckend waren.